23. Bundesseminar

... was zählt ist der MENSCH!

02. - 06. August 2017 in Hamburg

 

Berlin/Stuttgart. Nach der Landtagswahl und dem politischen Umbruch in Baden-Württemberg trafen sich in Stuttgart vom 25. Juli bis 29. Juli 2012 mehr als 70 lesbische und schwule Polizeibedienstete der Bundespolizei, der Länderpolizeien, des Zolls sowie Kollegen aus Österreich und der Schweiz zum 19. Bundesseminar. Das Seminar und die Eröffnungsveranstaltung standen unter dem Motto „gleich-beschäftigt“. Die Schirmfrau, Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch legte in ihrem Grußwort den Schwerpunkt auf die erfolgte Gleichstellung von verpartnerten Kolleginnen und Kollegen im Dienst- und Beamtenrecht. Im Jahr 2006 fand das 12. Bundesseminar in Stuttgart noch keinerlei Beachtung, so sprachen jetzt nach dem politischen Wechsel im konservativen Baden-Württemberg gleich mehrere Führungskräfte der Polizei und der Landesregierung auf dem Empfang im Polizeipräsidium Stuttgart zu den Kollegen und Kolleginnen. So konnten wir auch den Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Herrn Reinhold Gall begrüßen, der es sich nicht nehmen ließ, die Tagung persönlich zu besuchen. Während seiner Anwesenheit kam es zu interessanten und anregenden Diskussionen und Gesprächen.

Das 19. Bundesseminar 2012 war ein gut vorbereites Seminar, auf dem sich die Kolleginnen und Kollegen mit den anwesenden Gästen und Teilnehmerinnen und Teilnehmer länderübergreifend zum Thema lesbisch-, schwul-, bi- sexuell und Transsexualität in der Polizei austauschen konnten.

Auch in diesem Jahr war die Themenvielfalt des Seminares wieder umfangreich und vielseitig angelegt. Hier ein kleiner Überblick:

Thema 1: VelsPol-Mitarbeiternetzwerk – Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei den Länderpolizeien (AgL) – Ergänzung oder Konkurrenz?

Referenten: AgL aus verschiedenen Bundesländern

Die Forderung nach Einrichtung von Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der Polizei, ist eine unserer langjährigen Forderungen unseres Verbandes. Mittlerweile sind in vielen Bundesländern Ansprechpartner benannt und eingesetzt worden. Ansprechpartner aus Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Brandenburg und Berlin stellten ihre Konzepte und Aufgabenbereiche vor. Es konnte festgestellt werden, dass es verschiedene konzeptionelle Ansätze gibt aber alle zum gleichen Ziel führen. Eine Konkurrenz zum Mitarbeiternetzwerk konnte nicht festgestellt werden.

Thema 2: Coming Out in der Polizei – Chance oder Risiko?

Referent: Polizeikommissar Sascha Rogge von der Polizeidirektion Reutlingen

PK Rogge stellte seine Bachelorarbeit zum Thema „Coming Out in der Polizei“ und deren Ergebnisse vor. Hier kam es zu einer regen Diskussion und einem intensiven Gedankenaustausch zwischen dem Autor und den SeminarteilnehmerInnen.

Thema 3: Polizistin, Migrantin und lesbisch – Polizist, Migrant und schwul – Vielfalt in der Verwaltung-Chancen erkennen und nutzen

Referentin: Dr. Ursula Matschke, Leiterin der Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern der Landeshauptstadt Stuttgart

Frau Dr. Matschke stellte ein Programm von Diversity und Diversity-Management der Stadt Stuttgart vor und wie dieses in die öffentliche Verwaltung eingebettet ist und wurde.

Thema 4: Regenbogenfamilien

Referentin: Dipl.-Jur. Katharina Doumler, LSVD Deutschland e.V. – Bundesvorstand

Kinderwunsch von Lesben und Schwulen stand im Mittelpunkt dieses Themas. Katharina erläuterte anschaulich die verschiedenen Möglichkeiten von Adoptionen, Elternschaften und die rechtliche Situation in unserer Gesellschaft.

Thema 5: Rechtslage von Homosexuellen im internationalen Aspekt

Referentin: Dipl.-Jur. Katharina Doumler, LSVD Deutschland e.V. – Bundesvorstand

Katharina Doumler stellte die internationale Arbeit des LSVD vor. Insbesondere berichtete sie über Themenvielfalt der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und deren Netzwerkarbeit.

Die Anwesenden erhielten hier  einen Blick über ihren eigenen Tellerrand hinaus. Gemeinsam wurde allen deutlich, wie es vor allem in Russland aussieht. Wie schwer es dort die Aktivisten haben, über Homosexualität, auf Grund eines neuen Gesetzes, aufzuklären. Es waren aber auch anschauliche Bilder und Filmdokumente zu sehen, die einen tiefen Eindruck auf die Situation außerhalb von Deutschland hinterließen, nicht nur in Russland.

Thema 5: Vielfalt in der Arbeitswelt – Networking mit Gl@D (Gays and Lesbians at Daimler)

Referent: Peter Schreiner (Gl@D)

Gibte es Diskriminierung in der Arbeitswelt bei einem weltweit operierenden Unternehmen? Diese Fragestellung stand im Mittelpunkt des Seminarpunktes. Vertreter von Gl@D legten auf eine interessante Weise dar, lesbische und schwule Mitarbeiter mit in das Unternehmen eingebettet werden und so eine Bereicherung für die Unternehmenskultur darstellen. Diversity wird bei Daimler groß geschrieben.

 

Rückblick zum Bundesseminar aus Baden-Württemberg